Interview mit einer Highclass Escort

Interview mit einer Highclass-Escort

Vor Kurzem frühstückte ich mit einer Freundin und löcherte ihr den Bauch mit Fragen, um euch von ihrem Job erzählen zu können. Sie ist nämlich leidenschaftlich gern eine Highclass Escort Dame und wir quatschen sowieso recht viel über “solche” Themen. Also dachte ich mir, ich mache euch mal ein Interview daraus.

Seit wann machst du den Job?

Ich bin seit 4 Jahren Escort.

Was hast du vorher beruflich gemacht?

Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung als Automobilkauffrau bei einem Premium Automobil Hersteller gemacht.

Was verdient man da so?

Naja, direkt nach der Ausbildung 2000€ netto. Wenn man sich anstrengt und viele Autos verkauft, dann natürlich mehr, weil man Provisionen bekommt. Und ich war durchaus gut in dem, was ich gemacht habe. Aber irgendwie war es nicht so 100% mein Ding. Ich bekam dort wirklich zu spüren, dass man als Frau in der Branche nicht willkommen ist, vollkommen egal wie gut man seinen Job macht. Hey – ich kann dir heute noch einen Automotor besser erklären als 99% der Männer (*lacht).

Mein Chef mochte schlichtweg keine erfolgreichen Frauen.

Auch nachdem ich einen anspruchsvollen Kunden von einer anderen Automarke zurück gewann, gab es keine Anerkennung oder der Gleichen. Ignoranz war da Lob genug.

Dann kam der Wechsel zu anderem Hersteller, dort hatte ich einen tollen Chef, der hinter mir stand, aber irgendwann – obwohl theoretisch alles stimmte, Geld, Arbeitszeiten usw. – habe ich überlegt, ob der Job was für meine Zukunft ist und ich das für mich auf Dauer machen will. “Kann ich mir das vorstellen, noch in 5 Jahren zu machen?”

Die Antwort war klar: Nein! Ich wäre gern in die Chefetage weiter aufgestiegen, wofür man eine zusätzliche Qualifikation brauchte. Also informierte ich mich, ich entschloss mich den Wirtschaftsfachwirt zu machen um weiter zu kommen, was viel Geld kostete, welches ich nicht einfach so auf der hohen Kante hatte.

Meine Überlegung war: wie verdient man schnell viel Geld ohne viel Zeit zu investieren? Also habe ich gegoogelt und mich bei einer Agentur beworben. Direkt angerufen und ein Vorstellungsgespräch ausgemacht bei einer frauengeführten Agentur, das vermittelte mir ein gutes Gefühl. Eine Highclass Agentur, bei der die Chefin selbst einmal Escort war. Übrigens ist das bei vielen Highclass Agenturen der Fall. “Zuhälter” wie man es sich vielleicht klischeehaft vorstellt gibt’s da absolut nicht. 

Nach einer Beziehung von 7 Jahren war ich single und tobte mich sowieso aus. Da war der Gedankengang irgendwie naheliegend. Warum für eine Affäre also nicht noch Geld bekommen?

Nach meinem Wirtschaftsfachwirt hängte ich sogar noch ein International Business Management Studium dran und das habe ich dann abgebrochen, weil ich entschieden habe beim Escort zu bleiben, weil es mir echt gefällt. Ich entschied recht schnell, der herkömmlichen Arbeitswelt den Rücken zu kehren und dann auch dem
Studium. Die Selbstreflexion zu hinterfragen, wem ich etwas beweisen wollte half mir sehr bei der Entscheidung. Zugegeben, ich war erst 3 Monate als Escort tätig und kündigte
bereits. Es ging schneller als gedacht und ich schien schon damals zu wissen, mit welchen Attributen Frau einen Mann glücklich macht. Aber ich bin mir bis heute sicher, dass diese Entscheidung die absolut richtige war.

Heißt, du hast Spaß daran?

Wenn du es nur wegen des Geldes machst, gehst du kaputt. Meiner Meinung nach ist das aber bei jedem Beruf  so. Machst du deinen Job nicht gern, hast du den falschen Job gewählt. Die Mehrheit der Menschen prostituieren sich… Indem sie für Geld etwas machen, was schlussendlich Depressionen, Unzufriedenheit etc. hervorruft. Burnout ist ja auch kein seltenes Phänomen. Das bekommen die Menschen häufig, weil sie sich den falschen Job ausgesucht haben. Wenn du deine Passion zum Beruf machst, dann arbeitest du nie. Sagt man doch so oder?

Ich war zuvor eine von vielen. Ein Hamster im Hamsterrad. Da gehe ich freiwillig nicht mehr hin zurück.
Die netten Damen und Herren, die vermutlich noch selbst noch nie mit einer Dame wie mir gesprochen haben, verbreiten leider negative Gerüchte über den Job, den ich mache.
Das finde ich schade. Die Tatsache, dass sehr viele Damen Spaß und Freude daran haben als Escort zu arbeiten, wird tot geschwiegen. Warum? Ich kenne viele Damen und ich hatte auch schon vermehrt Treffen mit anderen Damen und war somit live dabei. Außerdem tauscht man sich ja nach einem gemeinsamen Date auch aus oder geht
noch zusammen was trinken.

Escort = Begleitservice? Hast du Sex mit den Kunden?

Wenn dir eine Frau erzählt, dass sie keinen Sex hat bei diesem Job und nur Begleitservice macht, dann kannst du davon ausgehen, dass sie sich für ihren Job schämt.

Escort ist was anderes als Bordell-Arbeit, es geht um viel mehr als Sex. Es geht um Zeit für die Seele und den Körper deines Gegenübers. Du bist Gesprächspartnerin, Seelsorgerin, Vertraute, Freundin auf Zeit. Auf gewisse Art und Weise hast du ja eine Schweigepflicht und Verantwortung. Demletzt rief mich ein früherer Stammgast an und erzählte, dass seine Mutter gestorben ist.

Ich habe z.B. einen Stammkunden, den ich ca. alle 3 Monate treffe, den ich schon seit 4 Jahren sehe. Dann gibt es schöne Massagen für uns beide, mal einen Handjob, aber Sex hatten wir noch nie und das möchte er auch nicht. Wir sehen uns dann immer mehrere Tage. Er kocht für mich, wir gehen in die Sauna, ich bin auf einer Geschäftsreise dabei, seine nette Gesellschaft eben.

Er steht auf Öffentlichkeit,  ein bisschen Kick, mal Abwechslung beim gemeinsam Essen gehen. Ich glaube er erinnert sich die nächsten 3 Monate bis zu unserem nächsten Treffen noch daran, dass ich ihm mein Höschen im Restaurant auf den Tisch gelegt habe…

Was kostest du die Stunde?

Ich mache keine einstündigen Termine. Ich glaube das zeigt schon einen Unterschied zu einem Bordell. In einem Bordell bucht man nicht die Zeit, sondern die Dienstleistungen. Ein Blowjob kostet z.B. 20€ oder 50€ oder so. Ich hab nicht mal eine Vorstellung davon, in welchem preislichen Bereich sich FKK Clubs und so weiter bewegen. Beim Escort zahlt man für die Zeit der Dame bzw. für die gemeinsame Zeit und das Gefühl danach erfüllt nachhause zu gehen.

Die kürzesten Dates, die ich mache sind zwei Stunden, aber auch nur wenn es in der Nähe ist. Ein Mann zahlt dafür 1000€. Dates die weiter weg sind, sind dann länger. Da kommen dann natürlich auch noch Fahrtkosten hinzu.

Wie viel davon bekommst du?

Ungefähr 650€ für zwei Stunden.

Qualität statt Quantität – die Kunden haben die Sicherheit, dass die Frauen nicht viele Kunden haben müssen (prinzipiell bist du mit 3 Terminen im Monat, also 6 Stunden ungefähr bei dem Gehalt einer Friseurin oder Krankenpflegerin), für dich als Frau sorgt das dafür, dass du keinen Druck hast viele Dates haben zu müssen – als Mann hast du etwas Exklusives, das sich nicht jeder leisten kann und die Frau hat nicht den Druck, den Zwang und dadurch anders Lust auf einen Gast als eine Frau, die Sex haben MUSS um zu überleben – eine Bordell-Angestellte muss ein paar Kunden am Tag haben um ihre Zimmermiete zu zahlen.

Ich kann mir so auch frei wählen mit wem ich mich treffe und wem nicht. So gibt es auch den ein oder anderen, den ich nicht mehr treffe, da wir zwischenmenschlich nicht auf einer Wellenlänge waren.

Woher bekommst du die Kunden?

Über die Agentur. Die organisieren für mich alles und sind quasi meine Ansprechpartner. Sie wissen wo ich bin, schauen, dass es mir während und nach einem Treffen gut geht, empfehlen den Herren nach Absprache mit mir Restaurants oder kleine Geschenke für mich.
Das ist wie ein Rundum-Sorglos Service.

Ich habe ein Profil auf der Homepage der Agentur, eine sogenannte Setcard. Kunden sehen mich dort und fragen an, die Agentur organisiert alles weitere. Herren sehen dort Fotos von mir und einen Steckbrief wie auch Aktivitäten, denen ich aufgeschlossen gegenüber bin.
Die Herren fragen bei der Agentur an, sie leitet es an mich weiter. Bei einer positiven Terminabsprache organisiert sie alles Weitere.

Reiseorganisation z.B. auch. Somit erfährt der Herr nicht meinen echten Namen. Die Agentur sorgt also auch für die Wahrung meiner Identität.
Sie fordert im Vorfeld auch eine Anzahlung des Herren, damit ich nicht in einer Hotellobby stehe und versetzt werde – so fühle ich mich sicherer.

Hast du einen Partner?

Ja, seit 2 Jahren.

Weiß er, was du beruflich machst?

Ja natürlich. Er hat mich auf einer Swingerparty kennengelernt, die ich in Begleitung eines Kunden besucht habe. Der Kunde wollte übrigens nur nicht allein auf so eine Party gehen und ich war in dem Fall wirklich sein “Begleitservice”. Wir hatten gar nichts dort. *lacht*

Das heißt, du bist auch schon mal auf Swingerpartys unterwegs?

Na klar.

Swingerpartys, Fetischpartys. Wie gesagt – ich bin allgemein recht offen und habe meine Sexualität auch vor dem Escort schon ausgelebt und mich damit auseinander gesetzt. Mit meinem Freund hatte ich mal in einer Bar Sex, leider war das zu offensichtlich und wir flogen raus. *lacht*
Du läufst Gefahr solche Dinge zu tun, wenn du die entspannte Stimmung auf einer schicken Swingerparty gewohnt bist…

Aber wir führen eine monogame Beziehung. Wir sind auch schon mal gemeinsam auf einer Party, aber dort sind wir nur miteinander aktiv.

Das heißt, du hast Sex mit anderen Männern, aber er nicht mit anderen Frauen?

Das eine ist ein Job, das andere ist Privatleben. Wenn er Sex mit einer anderen Frauen haben wollen würde, könnte er das mit mir gemeinsam. Aber für ihn ist das nicht reizvoll. Ich habe ja privat auch keinen Verkehr oder Dates oder sonst was mit anderen Männern. Wir führen quasi eine “normale” Beziehung. Und wir haben miteinander intensiven, tollen Sex.

Ist der Job eine große Herausforderung für eine Beziehung?

Naja, er war es zu Beginn in gewisser Weise schon. Der Mann muss das Selbstbewusstsein haben, dass er seiner Frau genügt und, dass sie sich nicht in einen Kunden verliebt oder sich privat heimlich mit ihm treffen würde. Ein Mann mit mangelndem Selbstwertgefühl käme damit niemals klar. 

Eifersuchtsfrei muss ein Mann definitiv auch sein. Er muss mir vertrauen, dass es für mich nur ein Job ist und nicht mehr. Am Besten ist es, dein Mann weiß das zu unterscheiden. Dann gibt es keine Missverständnisse.

Nach einem Job melde ich mich sofort bei meinem Freund. Das gibt ihm die Sicherheit, dass es mir gut geht. Während eines Jobs meldet man sich übrigens in unterschiedlichen Abständen bei der Agentur um zu bestätigen, dass alles in Ordnung ist. Mein Freund braucht sich also keine Sorgen machen, dass mir etwas geschieht.

Welche Eigenschaften braucht eine gute Escort?

Gute Frage. Ich würde sagen Empathie und Aufgeschlossenheit. Klar, auch sexuelle Offenheit. Man muss zuhören können und auf seinen Gegenüber eingehen können.

Am Anfang war ich irritiert, wenn ein Herr keinen Sex wollte, weil ich dachte es gehört dazu. Ich wurde eines Besseren belehrt und musste feststellen, dass es um viel mehr geht. Je länger ich den Job machte, desto lieber mochte ich ihn… man lernt so faszinierende, interessante und unterschiedliche Menschen kennen und hat gemeinsam jede Menge Spaß. Außerdem lernte ich den vergangenen Jahren sehr viel über Menschen, aber vor allem auch sehr viel über mich.

Hast du auch mal einen Orgasmus bei einem Kunden?

Bei Stammkunden schon häufiger.

Stammkunden?

Ja, die Meisten kommen wieder. Escort macht süchtig. Das Zwischenmenschliche. Und die “Beziehungen” zu Kunden wachsen auch. Manche Herren treffe ich seit Jahren. Ich bin für sie mehr als nur ein Date. Wie gesagt – demletzt rief ein Stammkunde an um mir vom Tod seiner Mutter zu erzählen. Man baut wirklich eine Bindung auf.

Erlebnisse, die du mit Kunden schon hattest

  • Museen
  • Zoo
  • Reisen – die meisten Kunden fragen sogar die Agentur, ob die Dame Sightseeing-Wünsche hat oder Speisenwünsche
    • jede Großstadt Deutschlands eigentlich, Berlin, Hamburg, München, Leipzig, Baden-Baden, Stuttgart
    • Schweiz, Zürich, Basel
    • Österreich
    • London
    • Paris
    • Delhi
    • Thailand (unter anderem ein Luxushotel in Samui, weil ich dieses Hotel online entdeckt habe und mir wünschen durfte, was wir uns alles ansehen)
    • Kambodscha
    • 10 Tage auf Ibiza mit zwei anderen Escorts, hatten eine Villa mit Blick auf’s Meer, der Kunde hat sich gewünscht, dass wir nackt in der Sonne liegen – juhu, streifenfreie Bräune, wir Mädels haben miteinander für ihn ein bisschen Show gemacht, ich hatte keinen Sex mit ihm
    • Italien (Mailand, Bologna)
    • Kanada
    • Hongkong mehrfach sogar, ein Kunde, der mich auf Geschäftsreisen dort mit hin genommen hat – ich habe durch ihn das ganze Nachtleben Hongkongs kennengelernt
  • jede Menge sexuelle Fantasien natürlich… wenn ich etwas ausprobieren möchte und eine Idee habe, dann gibt’s Stammkunden, mit denen ich das teilen kann und natürlich andersherum… die Fantasien, die manche Männer haben sind für mich auch super spannend und aufregend

Geschenke eines Kunden

Der ein oder andere Kunde nimmt mich auch mal mit zu einem Shoppingtrip, das macht sicher jeder Frau Spaß. Häufig bringen Kunden aber auch Geschenke mit, da ist auch die Agentur für zuständig ihnen beratend zur Seite zu stehen.

  • Blumen
  • Wein
  • Parfum
  • Dessous… Agent Provocateur z.B. – wirklich teure, wunderschöne Sachen… ich liebe die Reizwäsche dieses Herstellers
  • echte Nahtnylons
  • Highheels
  • Schmuck
  • Reisen, die ich mir aussuchen durfte
  • Restaurantbesuche (einige Stammgäste wissen um meine kulinarische Leidenschaft und erfüllen mir daher regelmäßig Wünsche und führen mich in klasse Restaurants aus)
  • Toys *lacht* … du müsstest mal meine Spielzeugschublade sehen.

Der Mann zeigt durch das viele Geld und auch kleinere Geschenke auf eine Art Wertschätzung. Er möchte, dass du dich wohl fühlst. Wählt ein schönes Restaurant, bucht eine tolle Suite. Ich war noch nie in einem Hotel unter 4 Sterne. Ich empfinde es nicht als demütigend oder degradierend, dass ein Mann Geld für meine Gesellschaft zahlt, sondern als extreme Wertschätzung.

Duos?

Häufig suchen Kunden, die verheiratet sind bzw. allgemein, Dinge, die sie in der Ehe nicht finden, wie z.B. das Erlebnis mehrere heiße Frauen um sich herum zu haben. Oder was im Fetischbereich.

Männer haben Angst, Wünsche zu äußern und ihre Frauen damit zu verschrecken z.B. den Strap-On im Arsch. Das kann man bei einer “Fremden” schon leichter.

Wie alt sind die Kunden in der Regel?

Puh. Schwierig da einen Altersdurchschnitt auszumachen. Von Ende 20 bis Ende 50 ungefähr. Die meisten Männer sind nicht unattraktiv. Sie sind allesamt sehr gepflegt, eloquent, gebildet, Gentlemen und haben Respekt vor mir als Frau.

Was bietest du an?

Ich habe gerne Sex, daher biete ich ihn auch an. Und da ich prinzipiell recht offen bin… du weißt schon.

Ich erzähle dir lieber, was ich ausschließe. Das geht schneller 😉

Ich schließe aus – Rimming aktiv, Spermaaufnahme (ich lasse mir nicht in den Mund spritzen), Sex ohne Kondom logischerweise auch – das ist aber nicht nur etwas, das ich nicht mache.

Es ist sogar verboten und das ist auch gut so. Es geht schließlich um die Gesundheit. Frauen, die das anbieten, sind bekloppt oder haben riesige Geldsorgen und brauchen die paar Euros mehr, für die sie ihre Gesundheit auf’s Spiel setzen. Und Männer, die ohne Gummi mit einer Fremden Sex haben sind meiner Meinung nach genauso bescheuert. Ja, ich weiß, dass Sex ohne Gummi schöner ist. Aber es ändert nichts daran, dass sexuell übertragbare Krankheiten dich umbringen können.

Übrigens hat man ein ganz anderes Bewusstsein für Geschlechtskrankheiten, wenn man diesen Job macht. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass jede Prostituierte achtsamer damit umgeht als die Frau, die sich einfach nur so durch die Gegend vögelt. Mit normalen Affären vergisst man schon mal irgendwann das Kondom. Oder man vernachlässigt den Schutz. Das wird einer Escort niemals passieren.

Was hat das mit dem “Fetish” deiner jetzigen Agentur auf sich? Die Agentur bei der du arbeitest heißt ja “Secret Fetish Garden”.

Ich war vorher schon recht experimentell unterwegs, wie ich dir ja bereits erzählt habe und BDSM hat mich immer sehr gereizt.

Also war es naheliegend als ich mir eine neue Agentur suchte, gleich eine zu wählen, wo ich mich auch diesbezüglich ein bisschen weiterentwickeln konnte.

Fetisch heißt in dem Fall nicht, dass jedes meiner Dates etwas mit Lack, Leder, Latex oder mit Fesselspielen zu tun hat. Aber ja, einige meiner Kunden sind da genauso offen und interessiert wie ich.

Stehst du auf Latex?

Ich liebe das Gefühl des eng anliegenden Materials… der Glanz, die Kurven meines Körpers, die es betont… ich fühle mich selbst sehr wohl darin und sehe Latex auch gern an Anderen. Mir hat sogar schon mal ein Kunde einen maßgefertigten Catsuit geschenkt. Den muss ich dir mal zeigen. Wirklich traumhaft. Und das Date war auch wirklich heiß.

Wie stehst du zum Thema Natursekt?

Da kriegen jetzt ganz viele deiner Leser sicherlich total den Anfall, weil Natursekt für viele ja nach wie vor so ein Tabu-Thema sind. Aber für mich ist dieser warme Shower ehrlich gesagt nicht ekelhaft. Ganz im Gegenteil. Natursektliebhaber trinken in der Regel sehr viel Wasser im Vorfeld und wissen schon, was sie tun müssen, damit es angenehm ist. Dadurch riecht der Golden Shower nicht unangenehm oder so. Es ist einfach heiße Flüssigkeit, etwas ganz Besonderes, das dein Gegenüber dir gibt. Ein sehr intimer Moment, den man miteinander teilt. Und ja, das mag ich auch aktiv. Das hat für mich auch nichts mit Dominanz oder Devotion zu tun… ich kann auch als devote Dame einen Herren in seinen Allerwertesten, naja du weißt schon, mit einem Strap On…

Da stimme ich dir zu, ich sage immer gern, man kann ja auch durch und durch einfach verdorben sein. Ich habe ja auch eine gewisse Faszination für’s Fesseln übrig (aktiv) und bin Frauen gegenüber gern dominant, auch wenn ich bei Männern devot bin.

Das ist bei mir so ähnlich. Wobei ich Bondage sowohl aktiv als auch passiv genieße. Ich genieße das Gefühl, wie die Seile über die Haut gleiten, wie ich mich immer mehr hingeben muss, meinem Spielpartner vertrauen. Die Aufregung, dass sich meine Lust ganz und gar in seinen Händen befindet. Aber die aktive Seite mag ich auch sehr gern, ehrlich gesagt. Mit den Knoten einen Körper zu verzieren und zu verschnüren, das macht mich ebenso an.

Beim Fesseln können ja auch mal Rope Marks bleiben. Wie schaut’s allgemein mit Spuren aus? Stehst du auch auf Spanking?

Spanking kann auch sehr schön sein. Die Wärme, die sich auf dem Hintern ausbreitet, wenn all deine Nerven stimuliert werden. Die Intensität der Berührungen. Wenn es ein wenig schmerzt… ja, auch Spanking finde ich gut. Aaaaaber und das ist das große aber… ich bringe ungern Spuren mit nach Hause. Mein Freund weiß, was ich in meinem Job mache und wir sprechen auch darüber, aber ich fände es doch irgendwie komisch, ihn auf diese Art und Weise daran teilhaben zu lassen. Wenn ein Mann weiß, wie er einem den Hintern versohlt und ihn langsam vorwärmt, dann bleiben aber auch nicht unbedingt Spuren. Außerdem ist es gut für das Gewebe 😀

Wie schützt du dich davor, in der devoten Rolle unangenehme, ungewollte Dinge zu erleben? Hast du keine Angst, dass jemand mal etwas tut, das du nicht willst, wenn du z.B. gefesselte Hände hast?

Da liegt ganz viel Verantwortung bei der Agentur. Deshalb ist mir das Verhältnis zu Eva, der Agenturleiterin, auch so wichtig. Sie hat den Job selbst gemacht und weiß, worauf es ankommt. Wir unterhalten uns immer mal wieder über die Konversationen, die sie mit einem Gast im Vorfeld führt. Sie schreibt häufig ausgiebige, lange Emails mit ihnen und lernt sie schon im Vorfeld näher kennen. Tabus und Grenzen sind vorher ganz klar abgesteckt.

Fesselspiele oder andere Spielarten, bei denen man sich seinem Gegenüber ausliefert macht man bei einem ersten Date eher nicht. Dafür braucht es Vertrauen. Das sorgt auch für Sicherheit. Beim ersten Date lerne ich den Kunden natürlich selbst näher kennen und meine Menschenkenntnis schützt mich definitiv auch vor unangenehmen Situationen. Menschenkenntnis ist übrigens auch etwas, das man durch den Job als Escort lernt. Und die bringt einem in vielen Bereichen des Lebens etwas.

Negative Erfahrungen?

Habe ich auch Mal gemacht. Aber bei meiner früheren Agentur und nicht direkt mit einem Kunden.

Die Agentur hatte dem Kunden falsche Hoffnungen gemacht für Dinge, die ich gar nicht anbiete. Verbundene Augen und eine Fantasie, bei der ich mich nicht wohl gefühlt hätte. Die Situation war für uns beide peinlich und unangenehm. Er hat sich gefühlt als nötigt er mich zu etwas, das ich nicht will und ich habe mich natürlich auch doof gefühlt ihm nicht seine Wünsche erfüllen zu können.

Das andere Mal: die Agentur hat Termine durcheinander gebracht, ich bin nach Stuttgart in ein Hotel gefahren und stand vor einer Zimmertür, die nicht geöffnet wurde. Im Nachhinein – zum Glück, denn… der Termin wäre zwei Tage später gewesen. Stell dir mal vor, wenn mir ein anderer Mann die Tür geöffnet hätte. Das wäre ja wohl an Peinlichkeit nicht zu überbieten gewesen. Aber ärgerlich war es natürlich trotzdem.

Und jetzt?

Ich bin wegen solcher Geschichten von der Agentur weg gegangen und wechselte zu The Secret Fetishgarden. Dort fühle ich mich echt wohl…

Verrätst du mir, bei welcher Agentur du die negativen Erfahrungen gemacht hast?

Lieber nicht – das fände ich unfair. Aber ich verrate dir, woran man eine gute Agentur erkennt.

  1. Internetauftritt – grellbunte Designs, sehr kitschiges Auftreten sind nicht seriös. Wirkt die Homepage wie aus den 90ern, kannst du davon ausgehen, dass die Agentur keine edle Adresse ist.
  2. ganz wichtig… Fotos! Je mehr Nacktheit du siehst, desto unseriöser oder unangenehmer die Kunden – denn die Website spricht einen gewissen Kundenkreis an.
  3. die Agentur nimmt sich Zeit für dich, gerade wenn du es noch nie gemacht hast und beantwortet dir alle Fragen – das ist immer gut.
  4. frag die Agentur, ob es möglich mit anderen Damen aus der Agentur Kontakt aufzunehmen – wenn es dir möglich gemacht wird, zumindest mit anderen Damen zu telefonieren oder sie sogar zu treffen, dann hast du Gleichgesinnte, die dir erzählen können wie es in der Agentur abgeht. Das habe ich auch schon einmal gemacht.
  5. Preisstruktur – einstündige Termine sind ein schlechtes Zeichen, denn da geht es nur um deinen Körper. Keine Zeit für ein Abendessen, keine Zeit für ein Kennenlernen. Mehrstündige Dates strahlen etwas ganz anderes aus.
  6. Erwähnenswert finde ich außerdem, dass The Secret-Fetishgarden nicht auf deine
    Kleidergröße wert legt. Wenn eine Agentur nur eine “Sorte” Frau sucht, würde mich das auch etwas stutzig machen. So unterschiedlich wie wir Frauen sind und alle auf unsere Art und Weise schön, so unterschiedlich sind auch die Geschmäcker der Herren.
  7. Anteil der Agentur. 30% ist Standard für die Agentur. Alles, was mehr ist, sollte dich hellhörig machen.

Das sind wirklich gute Faktoren, auf die man achten kann, wenn man sich selbst entscheidet, den Job zu machen. Danke dafür. 🙂

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