One Night Stand, Affäre oder große Liebe? Welcher Sex ist am Besten?

8. Januar 2020 6 Von Lalalauramina

Wann ist Sex am Besten?

Ich glaube das ist ein Thema, bei dem sich natürlich total die Geister scheiden und jeder eine andere Meinung hat.

Cooler Weise ist das mein Blog und ich kann daher einfach mal meine bescheidene Meinung loswerden 😉

Ich unterhalte mich häufiger mal über dieses Thema und finde es ziemlich spannend. Also mag ich mal ein paar Denkanstöße loswerden.

Zunächst einmal: Für mich spielt Sexualität eine große Rolle in einer Beziehung und ich kann mir nicht vorstellen je mit einem Mann eine Beziehung zu führen, mit dem es in der Kiste nicht richtig Spaß macht. Klar, es gibt viele andere Faktoren, die mir auch extrem wichtig sind, Vertrauen und Ehrlichkeit an aller erster Stelle, Monogamie steht z.B. nicht so weit vorne, aber ich empfinde funktionierenden Sex in einer Partnerschaft als gute Basis. Gerade weil ich bei Streit auch gern mal Versöhnungssex habe… daher ist meine Meinung: erst mal schauen ob das passt, dann kann man drüber nachdenken ob es mehr werden kann. Liebe auf den ersten Blick habe ich noch nicht erlebt, auch wenn ich der Meinung bin schon einmal jemanden geliebt zu haben. Aus tiefstem Herzen. Aber eben erst nachdem ich ihn kennengelernt habe und auch wusste, dass es sexuell passt. Die Vorstellung mich in jemanden zu verlieben (ich glaube das wäre der klassische Weg – erst kennenlernen und dann körperlich annähern) und dann am Ende festzustellen, dass es im Bett nicht passt… oh je 😀

One Night Stands

Was genau kickt Menschen an One Night Stands? Ich glaube da muss man ein bisschen zwischen Männern und Frauen differenzieren. Klar, spielen Geilheit und eben körperliche Bedürfnisse immer eine Rolle. Viel mehr als das interessiert mich aber immer die psychologische Komponente. Männer sind glaube ich ein bisschen wie Raubtiere. Für sie ist das Gefühl, die Beute erlegt zu haben und die Frau ins Bett zu kriegen einfach Bestätigung. Widersprecht mir ruhig, wenn ihr das anders seht. Als Frau muss ich ganz klar sagen, dass Jagdinstinkt bei uns definitiv keine Rolle spielt. Einen Mann für ein One Night Stand klarzumachen ist nämlich ungefähr so aufwendig wie… hm, mir fällt nichts passendes ein. Im Supermarkt ein Packung Chips aus dem Regal wählen? Keine Ahnung. Unfassbar einfach eben. Du musst dir eigentlich nur aussuchen welche Sorte du möchtest. Von Jagd kann da nicht mal ansatzweise die Rede sein. Du gehst in einen x-beliebigen Club, fragst ob er mit dir nach Hause kommen will, auf Toilette oder wie auch immer. Die Erfolgschancen sind enooooorm hoch! Selbst wenn man unfassbar plump online nach einem reinen Sexdate fragt. Auf einer einschlägigen Plattform sowieso aber auch auf Facebook, Instagram oder so. Du schreibst eine Nachricht und schon stehen 5 Kerle parat. Zumindest wenn man nicht schlecht aussieht. Was ich jetzt von mir zumindest behaupten würde. Aber selbst wenn man nicht so der Knaller ist… ich glaube es findet sich immer ein Kerl, wenn man nur jemanden für Sex sucht. Als Mann ist das halt aufwendiger. Muss man fairerweise schon sagen. Viele Frauen wollen erobert werden und selbst wenn sie sich eingestehen würden, dass sie einfach mal Lust auf Sex haben, spielen gesellschaftliche Erwartungshaltungen häufig eine Rolle beim Ausleben bzw. Nicht-Ausleben der Fantasien. Schließlich ist man als Mann zwar ein Held, wenn man 7 Weiber in einer Woche klar macht (siehe Barney Stinson), als Frau hingegen ist man bei wechselnden Partnern einfach eine Schlampe. Irgendwie unfair, finde ich. Und ich fürchte, dass auch diese Haltung vieler Frauen dazu führt, dass doch einige Männer nicht mit offenen Karten spielen, wenn sie etwas lockeres suchen. Diese Erfahrung musste ich leider auch schon auf schmerzhafte Weise machen.

Was der Reiz daran ist, genau einmal Sex mit einer Person zu haben? Am besten mit einer fremden Person, die man vorher nie gesehen hat und dann nach der Nacht nicht wieder sieht? In erster Linie würde ich sagen: Es ist unkompiziert und es ist neu. Fremde Haut ist spannend, unbekannt… klar, kann es auch in die Hose gehen und der Partner ist grottenschlecht im Bett. Aber wenn klar ist, dass es eine einmalige Geschichte ist, dann kann man sich z.B. auch trauen, in eine andere Rolle zu schlüpfen, verschiedene Dinge auszuprobieren, sich mal eher gehen lassen als bei einem Menschen wo man wert darauf legt wie er über einen denkt. Man hat ja nichts zu verlieren außer einer einzigen Nacht. Keine Verpflichtungen und Erwartungen im Nachhinein sind sicherlich auch ein Faktor, der das Ganze so herrlich unkompliziert macht.

Für mich ist der Haken an One Night Stands eben immer der Mangel an Zeit. Da ich für gewöhnlich nicht einfach nur auf langweiliges Rein/ Raus stehe, und viele Praktiken die ich sehr mag nicht unbedingt was für ein erstes Mal sind, mag ich längere Geschichten lieber. Ich würde mich zum Beispiel niemals von einem Fremden beim ersten Treffen fesseln lassen oder so. Das geht super, wenn man sich länger kennt und ich finde es schön, aber bei einem ONS… niemals. Man kennt den Menschen schließlich nicht.

One Night Stand privat oder einmaliger Sex im Swingerclub

Ich unterscheide übrigens noch ein wenig zwischen einem One Night Stand im privaten Kontext oder einer Nummer im (Swinger-)Club. Da spielen noch viele weitere Faktoren mit, die eine Situation beeinflussen und auch inwiefern man den Sex genießen kann. Ist man in Begleitung auf der Party und ist geklärt in welchem Ausmaß Alleingänge in Ordnung sind? Macht man sich vielleicht trotzdem Gedanken wie es dem Anderen dabei geht? Das ist selbst ein Faktor, wenn man nicht mit Partner im Club ist sondern einfach nur in Begleitung. Hat man Zuschauer? Sowas eben. Ich für meinen Teil kann mich privat immer besser fallen lassen als in einem Club. Zuschauer bringen mich eher aus dem Konzept als mir etwas zu geben. Aber da ist jeder anders. Außerdem sehe ich auch einmalige Geschichten im Club ein wenig mit anderen Augen. Wenn man regelmäßig auf solchen Events unterwegs ist begegnet man sich irgendwann sicher wieder. Wenn man in einer Großstadt auf irgendeiner normalen Party ist und jemand Wildfremden mit ins Hotel nimmt – wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit sich wieder zu sehen?

Affären

Schon eher mein Ding, ehrlich gesagt. Ich finde, so ein One Night Stand kann zwar auch mal aufregend sein und man merkt natürlich direkt beim ersten Mal ob die Chemie stimmt. Das erste Mal mit meinem (mittlerweile Ex-) Freund war ursprünglich auch als einmalige Geschichte geplant und war trotzdem extrem gut. Das passte einfach auf jede Art und Weise. Man konnte sich super unterhalten und wir harmonierten von Anfang an. Aber meistens spielt man sich doch besser ein, wenn man häufiger miteinander verkehrt. Man kann den Körper des Anderen besser kennenlernen und die Knöpfe die man drücken muss entdecken.

Wenn es dann unkompliziert bleibt und man versteht sich vielleicht auch ganz gut, hat aber keine Absicht eine emotionale Beziehung daraus zu machen ist es für mich wirklich eine schöne Sache. Was daraus wird, weiß man ja am Ende nie. Bei mir sind ehrlich gesagt die meisten Beziehungen aus einer Affäre entstanden, weil es sexuell knisterte und man sich ja doch ein wenig kennenlernte. Dann hat man mal außerhalb des Schlafzimmers etwas unternommen und schwupp, hat man sich verliebt und wurde ein Paar. Ich habe aber auch einfach den besseren Sex mit Menschen, die ich zumindest sympathisch finde. Mir muss man nicht den Körper, sondern den Kopf ficken. Da ich eh sehr kopflastig bin und viel nachdenke und auch schnell mit dem Kopf wo anders bin ist das eine Kunst. Von daher ist naheliegend, dass mir Sexpartner emotional auf gewisse Art und Weise nahe sind. Ich bewundere Frauen, die im Club mit wildfremden Kerlen einen riesigen Spaß haben können und sich komplett fallenlassen. Bei mir ist das einfach nicht der Fall.

Eifersucht

Ein recht spezielles Thema, was es bei ONS einfach nicht gibt, bei Affären und Beziehungen hingegen schon: Eifersucht. Für mich zumindest in einer Affäre irgendwie etwas unverständlich. Auch wenn ich in einer Affäre zwar für gewöhnlich den kompletten Menschen und nicht nur den Körper sehr gern habe, aber selbst wenn es nicht einfach nur eine Affäre ist, sondern sogar eine Freundschaft Plus ist (ich hasse den Begriff eigentlich), sprich ich stehe dem Menschen wirklich nahe, dann ist für mich klar, dass ich keinerlei „Besitzansprüche“ hege. Ich mag den Sexpartner, eventuell sogar als Freund, was für mich aber dann auch heißt, dass ich das Sexuelle zwischen uns als temporäre Sache wahrnehme, die Zeit genieße und ihm nur das Beste wünsche. Was eben auch das Finden seiner großen Liebe beinhaltet. Klar gibt es auch Affären, bei denen man sich vorstellen kann, dass mehr daraus wird und wo man die Option sieht, dass man vielleicht in eine Beziehung übergeht irgendwann. Das wirkt sich sicherlich auch auf Eifersucht aus.

Den besten Sex habe ich, wenn ich jemanden regelmäßig treffe, ihn gern habe aber nicht in ihn verliebt bin.

In meiner letzten Beziehung dachte ich besser könne Sex nicht sein. Es hat einfach alles gepasst. Bis er mich betrogen hat. Ab dem Zeitpunkt konnte ich meinen Kopf nicht mehr ausschalten, ganz gleich was er getan hat.

Generell muss ich hinterher beim gründlichen Reflektieren feststellen: ich konnte mit ihm manche meiner Neigungen nicht ausleben, gerade meine devote Seite kam in der Beziehung eigentlich zu kurz und richtig ausgelastet habe ich mich nicht gefühlt, obwohl wir viel Sex hatten. Aber was macht man, wenn der Partner so etwas nicht auslebt oder keine Erfahrung in dem Bereich hat? Klar kann man gemeinsam experimentieren usw. aber was, wenn das die Bedürfnisse nicht erfüllt? Dann gibt es die Option fremd zu gehen, für mich ist das keine Option. Oder man kann offen drüber sprechen, das Risiko eingehen den Partner damit zu verletzen, eventuell schadet es der Beziehung oder man findet einen Weg, dass für beide okay ist diese Bedürfnisse wo anders erfüllt zu bekommen.

In einer Affäre ist das alles hinfällig. Klar, spricht man darüber, dass man jemand anderen trifft, vielleicht sogar darüber was einen am Anderen reizt. Aber man ist niemandem Rechenschaft schuldig. Bei mir ist das so, dass ich erzähle, wenn ich jemand anderen date. Ich bin aber auch ein Fan von extrem klarer, ehrlicher Kommunikation. Gerade pflege ich zum Beispiel eine wunderbare Freundschaft plus (den Begriff mag ich immer noch nicht) mit jemandem, der genau weiß, ob oder was mich an wem anders reizt. Kann nicht jeder Mann mit umgehen, dafür braucht man schon Selbstbewusstsein und die passende Einstellung zur Affäre/ Freundschaft, aber bei mir weiß man(n) zumindest ganz klar woran er ist. Vor allem hat es nichts mit ihm zu tun ob mich jemand anders reizt. Wenn er mir nicht gefallen würde, würd ich ihn nicht regelmäßig treffen. Andersherum kann ich auch damit umgehen zu hören, dass ein Mann andere Frauen trifft – das können viele Frauen auch nicht und hinterfragen sofort, was an ihnen verkehrt ist, dass er andere treffen muss usw. Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen, denke aber das ist der absolut falsche Ansatz. Aber das Thema würde hier zu weit gehen.

Beziehung

Auch wenn eine Beziehung von der Intensität bzw. Häufigkeit des Verkehrs natürlich eher in Richtung einer Affäre geht, so ist für mich ein entscheidender Unterschied vorhanden: Gefühle. Klar mag man eine Affäre auch. Aber für gewöhnlich ist dort keine Liebe vorhanden. Und Liebe ändert ja bekanntlich vieles. Mit Gefühlen kommen aber nicht nur positive Dinge. Ich habe auch empfunden, dass Sex mit Liebe noch viel intensiver ist. Ich habe mich angekommen gefühlt und hatte das Gefühl meinen Seelenpartner gefunden zu haben. Da war Sex irgendwie wie verschmelzen. Daher kann ich nachvollziehen, dass man Sex mit Gefühlen lieber hat.

Aber:

Ich höre gerade in SM-lastigen Beziehungen sehr häufig von devoten Frauen, dass ihr Partner ab einem gewissen Punkt der emotionalen Nähe Probleme hat sie zu schlagen oder zu demütigen. Klar sagt man der Frau, die man liebt, nicht unbedingt im Alltag, dass sie eine dreckige Schlampe ist. Aber wenn es sie anmacht ist Demütigung im sexuellen Kontext für sie schön. Trotzdem höre ich das immer wieder, dass extremere Spielarten nicht mehr funktionieren, wenn die Beziehung inniger wird.

Außerdem fällt es natürlich etwas schwerer zu kommunizieren welche Wünsche und Fantasien man hat. Man stellt sich natürlich vor, dass gewisse Dinge zwischen einem stehen, falls der Partner sich mit den Szenarien nicht anfreunden kann. So hat mein Ex Dreier mit Frauen immer genossen, ich hatte aber das Gefühl mit ihm nicht richtig teilen zu können, dass ich auch gern mal ein Erlebnis mit zwei Männern haben wollte.

 

Nun ja. Genug von Beziehungen, Affären und Sex mit Fremden. Teilt mir doch mal eure Meinung mit. Mit wem habt ihr den besten Sex und könnt eure Vorlieben am Besten ausleben?

 

Bis bald.

Laura

 

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